Brennpunkt Gefahrenabwehr

Brennpunkt Gefahrenabwehr

Der Podcast zu Krisenmanagement und Katastrophenschutz

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00:00:10: Brennpunkt Gefahrenabwehr, der Podcast zu Krisenmanagement und Katastrophenschutz.

00:00:16: Herzlich willkommen zur Brennpunktgefahrenabwehre!

00:00:19: Mein Name ist Benedikt Groß und gemeinsam mit Claudius Blank dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr München und mit Wolfgang Schäuble, dem Leiter der Branddirektion München betrachten wir hier regelmäßig die großen und auch die unerwarteten Zusammenhänge hinter Feuerwehr, Katastrofenschutz und Gefahren abwehr.

00:00:35: Schön dass Sie dabei sind und los geht's mit einer neuen Folge Spontanhilfe Wie organisieren sich Bürgerinnen und Bürger selbst, wenn es mal ernst wird?

00:00:44: In den letzten Folgen haben wir uns hauptsächlich mit Gefahrenabwehr aus der Perspektive von Profis beschäftigt.

00:00:51: Und heute wollen wir einen anderen Blickwinkel einnehmen – den von Bürgerinnen- und Bürgern die in der Not einfach mal anpacken ohne Uniform oder Organisation und auch ohne dass man ihnen dafür einen Auftrag geben muss.

00:01:03: Claudius!

00:01:04: Spontanhilfe, also Menschen die sich selbst in Dienst setzen und in großen Einsätzen Hilfe leisten.

00:01:10: Die sind zuletzt im Ahrtal sehr prominent ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

00:01:14: Haben wir es hier mit einem neuen Phänomen zu tun?

00:01:18: Also neu tatsächlich nicht!

00:01:20: Ich persönlich bin auf das Phänomene aufmerksam geworden beim Hochwasser-Einsatz in Passau, zwanzig dreizehn.

00:01:29: Da ist die Branddirektion München im Rahmen von einer Führungsunterstützung Fünf Tage im Einsatz gewesen und ich kann mich gut daran erinnern.

00:01:40: Es war zwei Tage nach der Scheitelwelle, wir sind da nach Passau reingefahren und dann stehen Studentinnen mit Gummistiefeln, Klappspaten an der Bushaltestelle.

00:01:53: Und ich war da etwas irritiert habe mir schon die Frage gestellt was die jetzt eigentlich machen und warum sie nicht uninformiert sind.

00:02:04: Und gleichzeitig waren natürlich viele Hilfeleistungskontagente der Feuerwehren aus verschiedensten Landkreisen in Bayern im Einsatz des TAW.

00:02:14: Da kam es nach ein paar Tagen tatsächlich zu einem Konflikt, da einerseits die Studentinnen und Studenten aber auch andere Organisation sich organisiert hatten, Professionellenorganisationen mit der gefahren Abbeleitung im Rathaus in Passau.

00:02:37: Also das war nicht synchronisiert und beeindruckend war, also warum es dann doch ein neues Phänomen war dass diese ganze Koordination über soziale Medien lief.

00:02:49: Also damals Facebook, es haben sich Facebook Gruppen gegründet.

00:02:53: mir ist noch bekannt die Gruppe Mamas helfen die dann auch am Ende vom Oberbürgermeister Duppa damals einen Orden bekommen haben für die Fluthilfe.

00:03:06: Und diese Gruppe hat sich organisiert, sie haben Helferinnen organisiert.

00:03:12: Die haben Hilfe-Suchende mit Helfen zusammengebracht auf ihrer Facebook-Plattform und haben probiert einfach das Beste aus dieser Situation zu machen – und damals im Jahr völlig unabhängig eben von irgendwelchen öffentlichen Verwaltungen oder einer Einsatzleitung im Katastrophenschutz.

00:03:33: Wolfgang, was war denn dein erstes spontanen Helfererlebnis?

00:03:37: Oder das eindrücklichste in letzter Zeit?

00:03:40: Na ja per se passau aber sei mal.

00:03:43: besonders besonders aktiv war es in der Syrienkrise die dann eine riesige Flüchtlingswelle über die Balkanroute nach München transportiert hat, wo an einem Wochenende eine Kleinstadt hier eingezogen ist.

00:04:01: Keine durchschnittliche Kleinstadt, sondern eine Kleinstatt mit zwanzigtausend Leuten sind von Freitag bis Sonntag hier angekommen und der Beginn hat natürlich erst wenige Flüchtende da gehabt.

00:04:17: aber das ist dann rasch mehr geworden und natürlich gab es schon immer Bereich, der sich um Flüchtende gekümmert hat.

00:04:25: Der so an diesen Entwicklungen dran war und da hat sich dann natürlich eine riesige Spontanhelferschaft aufgetan als es dann immer mehr waren.

00:04:35: Es musste Verpflegung her, dann gab's natürlich auch Kleinkinder die mitgereist sind, die mussten irgendwie verpflegt werden.

00:04:42: also das war dann wahnsinnig was ich da dann am Bahnhof quasi etabliert hatte zunächst einfach mal frei Und danach irgendwie eine Struktur überführt werden musste, also zumindest in der Koordination überführen musste.

00:05:00: Weil die sind ja spontanhelferweise genau nicht in einer Organisation angehören auch angehören wollen und das war schon ein echter spannender Fall und Aufreß wie man es dann mal hinbekommen hat weil es ging ja vierzehn Tage und es war da noch gut ohne diese Spontanhelfer gar nicht so gut zu händeln gewesen und auch innerhalb der Spontanhelferschaft, dass sich die sogenannten Ehrenamtlichen, die wollten dann im Bewusst keine Nichtspontanehilfe genannt werden.

00:05:39: Weil sie schon immer schon um dieses Flüchtlingsthema gekümmert hatten also auch lange bevor das eine echte Krise war in dem Sinne Und auch einen gewissen Organisationshoheitsanspruch, dann irgendwie da auch noch hatten und gleichzeitig bis hin zu Antifa-Gruppierungen.

00:05:58: Da in größeren Mengen aufgetaucht ist und auch geholfen haben – es waren wirklich vogelwilde Kombinationen unterschiedlichster Gruppierung, die sich so wie Claudius berichtet hat über Social Media.

00:06:12: Da ging es dann schon, das war im Jahr zwanzig sechzehn, da hast du ein bisschen auch Whatsapp.

00:06:18: Also das war schon wild.

00:06:20: und dass irgendwie wieder einzufangen, irgendwie zu strukturieren.

00:06:24: Dass nicht jeder gleichfalls in den gleichen Drogeriemarkt geht und die gleiche Anzahl von Kindernahrung aufkauft also dass man da so ein bisschen hinkommt auch zur Schicht ins Fähigkeit dann hat es auch immer jemand als war eine spannende Zeit ja.

00:06:41: Die Resilienz und die Eigenverantwortlichkeit von Bürgern sind Themen, wichtig sind und die dir auch immer wieder unterstreichst.

00:06:50: Und ich denke mir gerade ist das nicht eigentlich ein Paradox, dass wir auf der einen Seite im Alltag Bürgerinnen und Bürger haben, die ständig die Eins und Zwarren rufen übertrieben gesagt und eben nicht willen so deine Lage sind für sich selbst vorzusorgen.

00:07:04: Wenn es dann richtig ernst wird, dann finden sich aber so viele Helfer, die einfach sich selbst mobilisieren, die Dinge in die Hand nehmen und gemeinsam Berge versetzen.

00:07:12: Ist das ein Widerspruch?

00:07:13: Wie erklärste du das?

00:07:15: Eigentlich nicht mal so sehr, weil der Mensch als solches rückt in Krisen schon zusammen und er wird auch zum Sozialwesen der sich gegenseitigen Unterstützung.

00:07:25: Also die Forschung ist da schon so dass sie definitiv aussagt selbst in einer Stadt wie New York wo man den größtmöglichsten Individualismus erkennt oder erkannt hat einschlägen dieser Flugzeuge.

00:07:43: Dort sofort eine hohe Maß an Solidarität, sich gegenseitig helfen angesagt ist und das erlebt man ja immer und überall.

00:07:50: auch die Nachbarn oder so werden dann wenn es mal richtig ernst ist von der Distanz sofort sehr nahe und versuchen da zu helfen.

00:08:00: Wenn das wieder vorbei ist zerstibt das aber auch wieder.

00:08:02: also insofern ja und das zweite was ich an der bürgerlichen Resilienz immer wieder betone Für die normale klassische Alltagsstörung, also ich falle hin, brech mir ein Bein.

00:08:17: Da gibt es natürlich Strukturen, die extra dazu geschaffen worden sind diese Alltagstruktur bestmöglich für den Betroffenen abzuräumen sag' ich jetzt einfach mal pflapsig.

00:08:28: Aber wenn wir größere Strukturprobleme bekommen... Also wenn die Störungen einen Ausmaß annehmen das eben nicht mehr individuell und einzel ist sondern wieder die Masse trifft dann braucht das System Reaktionszeit.

00:08:43: Und dann muss sich der Bürger, die Bürgerinnen auch mal zwei drei Stunden selbst helfen können vielleicht auch mal einen halben Tag oder ein ganzen Tag.

00:08:52: Das sieht man zum Beispiel an diesem Berliner Stromausfall.

00:08:55: also ich kann mich nicht mehr aufregen dass man sagt ja wie?

00:08:59: Ich kann jetzt die Pizza nicht mehr bestellen da Strom ist weg mein Telefon funktioniert nicht.

00:09:04: und diese Diskrepanz zu erkennen sich zu verdeutlichen, dass ich mich in einer gewissen Größenordnung von Situationen schon auf Hilfe und schon auch auf die staatlichen Strukturen verlassen kann.

00:09:21: Das ist ganz wichtig aber halt nicht sofort und nicht für alles und gleich sondern dass ich da eine gewisse... wie soll ich sagen?

00:09:28: Eine gewisse Langmut habe und auch eine gewisse Vorbereitung zu sagen, naja für so die Fälle da muss ich mich jetzt halt mal acht Stunden selber versorgen können.

00:09:37: Und dann muss ich jetzt halt einmal durch.

00:09:40: Das ist das was ich eigentlich ganz gerne betont haben möchte.

00:09:43: Die Inidualstörung geht problemlos immer.

00:09:46: Die massive Störung an viele Leute kriegt Hilfe aber nicht in den engen Zeitfenstern, die sie sonst gewohnt ist.

00:09:56: Das glaube ich ist das Thema Resilienz in der Bevölkerung, dass avisiert werden muss.

00:10:02: Dass adressiert werden musst du sagen und es geht nicht darum, dass du keine Ahnung um vierzehn Tage keinen Entsatz kriegst.

00:10:09: aber kümmer dich wenigstens mal acht Stunden weil dir sonst ja gar nichts fehlt um dich selber und belaste nicht das System so dass ich das System etablieren und von denen, den es wirklich schlecht geht hinarbeiten kann wieder zu dir.

00:10:25: Und dich dann unterstützen kannst und sagen schau da gibt's was wo du dein Handy aufladen kannst aber halt nicht in der ersten Minute weil jetzt gerade dein Akku ziemlich leer ist.

00:10:34: Ich glaube diese Balance Um die muss es gehen.

00:10:37: Was muss die Bevölkerung in dem Thema Resilienz tun?

00:10:41: Also sie braucht sich nicht wegen der kleinen Störung Resilient machen oder der Alltagstörung, aber sie muss sich natürlich auf eine große Störung, die ihren Alltag betrifft, irgendwie auf die muss sie resilient werden und für diese muss sie Resilience aufbauen.

00:10:56: Claudius du hast gerade berichtet wie du in die Gebiete reingefahren bist zur Unterstützung.

00:11:01: Lass uns da mal ein bisschen tiefer reingehen.

00:11:03: Kannst du uns erzählen von den Menschen und von den Persönlichkeiten, die du da im Einsatz getroffen hast?

00:11:08: Das sind die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und vor allem auch die unterschiedlichen Triebfiedern, die dann dazu führen dass diese Personen helfen wollen.

00:11:21: Wir fallen da spontan drei Beispiele ein.

00:11:24: Also Athal Flutkatastrophe Anruf bei mir am Handy Firmenbesitzer, der Mini-Bagger verleiht hier in München ansässig.

00:11:37: Er hat die Frage gestellt wie er jetzt da im Ahrtal helfen kann mit seiner Mini-bagger Firma.

00:11:43: also das heißt er hat für sich selber erkannt ja er hat ein Skillset, er hat Ressourcen, er hatte Mini-Backer und Anhänger und hat bei mir die Frage gestellt, ja wie ist jetzt der Zugangspunkt?

00:11:57: Wie kommt er jetzt zum Ahrtal.

00:11:58: also das kann natürlich mit einem Blick auf Snabby relativ schnell ermitteln aber er hat das Gefühl gehabt dass er muss ja irgendwo sich andocken können.

00:12:09: Und es war schon sehr beeindruckend dass wir selber manges Zuständigkeit für das Ahrteil waren selber überfragt.

00:12:18: Aber es hat mich schon sehr beeindruckt, selbstständiger Firmenbetreiber der sich dann mit seiner ganzen Firma samt Belegschaft und Equipment in den Einsatz bringt.

00:12:32: Und unglaublich hohe Motivation hat und erst mal nicht die Frage stellt wie wird das abgerechnet oder wie komme ich wieder zu meinem Diesel sondern einfach helfen will?

00:12:43: Das zweite eine eine ukrainische Erzieherin, die im Rahmen dieser Flüchtlingswelle der ersten Flüchtlingwelle als Geflüchtete dann nach München kam.

00:12:57: Und durch die Möglichkeit über soziale Medien sich eben auch für die Spontanhilfe zu melden das sofort genutzt hat und ist dann quasi erst als Opfer dann als Helferin.

00:13:15: In den vierundzwanzig Stunden hat sich die eingetragen in Listen und hat dann sofort mitgeholfen, andere zu unterstützen.

00:13:23: In Turnhallen, indem Geflüchtete untergebracht worden sind.

00:13:27: Und das war schon sehr beeindruckend und leider aufgrund der Sprachbarriere war da intensiver Austausch nicht möglich.

00:13:36: aber sie war fit, sie war gesund Sie konnte helfen als Erzieherin natürlich auch da wieder die Skills vorhanden und hat sich dann eben um ihre Mitmenschen gekümmert.

00:13:50: Und er hatte einen großen Antrieb gehabt, auch aus Ablenkung sogar tatsächlich zur Hilfe tätig geworden, um sich gar nicht lange irgendwie aufs Bett setzen zu müssen und tatenlos zu sein zu müssen sondern einfach um sich abzulenken.

00:14:10: Die dritte Person die ist mir auch noch gut präsent das war Ein Rechtsanwalt, der hat sich gemeldet.

00:14:18: Der Stand vor einer Flüchtlingsunterkunft von Naturnhalle, die ausgestattet worden ist, stand vor mir und hat gesagt er würde jetzt helfen wollen.

00:14:29: Dann habe ich gefragt ja schön vielen Dank!

00:14:33: Bitte schauen Sie in die einschlägigen Portale rein.

00:14:36: Er hatte genau drei Stunden Zeit.

00:14:43: Nach drei Stunden war er dann auch wieder weg.

00:14:45: Er hatte so klassisch Stereotyp, was halt ein Rechtsanwalt anhalten.

00:14:51: So einen Anzug und Krawatte stand da und hat drei Stunden geholfen.

00:14:56: also ich will nicht sagen er stand im Weg aber er wollte sich einbringen.

00:15:01: Also er hatte eine Gefühl der muss jetzt da helfen hat versucht sich da irgendwie einzubringen, ist leider Miss Lungen.

00:15:06: Aber ich fand das ganz interessant und vor allen Dingen auch die Erkenntnis dass man nur drei Stunden Zeit hat.

00:15:12: also ganz klar bemessen Ich bring mich gerne ein aber nur mit einem Budget von drei Stunden.

00:15:19: Das macht es natürlich sehr schwierig in dieser Lage.

00:15:23: Ich muss jemanden einarbeiten, ich muss ihn einlernen, schützen vor Gefahren Ich muss ihm Regeln beibringen und da sind natürlich drei Stunden quasi nichts.

00:15:36: Wolfgang, wenn wir bei dem Beispiel bleiben Gefahrenabwehr- und Nothilfe das sind doch letztendlich auch Verwaltungshandeln?

00:15:45: Und bei aller Notwendigkeit im Einzelfall und vielleicht klingt die Frage jetzt auch bisher verkehrt aber geht es denn so einfach dass jemand einfach mitarbeitet Aufgaben übernimmt Verantwortung trägt wenn diese Person überhaupt keine offiziellen Organisation angehört?

00:15:59: Ich glaube schon Man muss halt auch ein bisschen differenzieren, also auch von dem angesprochenen Beispiel das Claudius erwähnt hat im Passau.

00:16:08: Natürlich wird es dann irgendwann mal knifflig wenn sieben Tage lang des Wasser in Kellern steht für Kalien Neroles spielen und dort sei einmal spontan Helfende über die Uni kommen weil's heiß war Es war Sommer weil sie eh ins Wasser mussten, mit Flip Flops und Badehose in einem T-Shirt.

00:16:32: Und überall liegt Sachen rum an denen du dich verletzen kannst wo dir dann was zuziehen kannst, wo du keine Ahnung logisch durch Wasser läufst aber mit Flipflops und was da drunter ist siehst du nicht.

00:16:45: also es gibt schon Dinge wo man sorgfältiger abwägen muss ob das jetzt gerade der letzte Schrei ist.

00:16:55: Also es kann gut ausgehen, aber es kann halt auch mal schief aufsgehen.

00:16:58: Man hat mal Situationen wie in der Flüchtlingshilfe wo tatsächlich die Skills und Gefahren dazu völlig anders so niederspielliger sind also vor allem die Gefahren-Seite niederspieliger ist und wo ich natürlich keine Ahnung Babynahrung herbeischaffen oder auch Hundefutter organisieren kann oder das Ausgeben an einem Stand in einer Flüchtling Unterkunft.

00:17:22: Das glaube durchaus dann auch problemloser einbinden, weil die Verantwortlichkeit und das Risikopotenzial halt deutlich anders ist.

00:17:32: Ich glaube schon dass es zusammengeht bis dorthin, dass man natürlich auch Menschen später oder früher mal beleihen kann und spätestens wenn man in eine organisierte Form kommt also dass man sagen kann okay melde dich dort und dort wir teilen dich ein und du mehr oder weniger jetzt den Anführungszeichen registriert also quasi Pseudooffiziell damit wirkst, dann geht es auch mit der Versicherung und dem Ganzen auch schon wieder besser einher.

00:18:02: Also das glaube ich schon dass das geht und auch nicht wirklich überbürokratisch sein

00:18:06: muss.".

00:18:07: Du hast gerade im Satz des Wortes Beleihen gesagt wie geht das denn?

00:18:12: Kannst du... als Chef der Münchner Feuerwehr jemanden die Hand auflegen und ihm zu Beamten auf Zeit machen?

00:18:18: Ja, so würde ich das nicht sagen.

00:18:19: Aber sag mal, ich kann ihn für eine Aufgabe verwenden und diese Aufgabe ist dann abgedeckt weil ich ihn verwende.

00:18:27: Also ich stelle ihn quasi ein.

00:18:30: also jetzt mal überspitzt formuliert Ich sage ja, das ist in Ordnung.

00:18:35: Du machst die Aufgabe jetzt.

00:18:37: Wenn man jetzt wieder klassisch rückwärts geht in dieses Gefahren abgerecht ich kann ja Hilfskräfte tatsächlich heranziehen.

00:18:45: also ich könnte sogar Hilf skräfte gegen ihren Willen heran ziehen.

00:18:49: Das ginge!

00:18:51: Also und insofern gibt es da immer noch eine Konstruktion falls mal was los ist falls mal etwas kaputtgeht dass wir das irgendwo unterpflügt, weil bei aller Liebe man muss ja sagen es passiert ja auch gar nicht so viel.

00:19:05: Man muss jetzt auch aufpassen dass man irgendwelche Hürden nicht irgendwo hin donnert und es so Scheinargumente werden.

00:19:13: das ist ja einer der unserer großen Problemephasen war es auch gesellschaftlich.

00:19:18: also der eine dem die der auch zufällig Nerolex hat und dem die kaputt geht und er die vorlegt da wird sich schon ein Weg finden, aber nur deswegen zu sagen das ist so gar nicht machbar wegen Haftungsrisiken.

00:19:34: Das ist natürlich ein Budget.

00:19:36: Jetzt haben wir in euren Beispielen ungefähr zehn Jahre Spontanehilfe mal angeschaut und ich weiß, da haben sich Konzepte herausgebildet auch wie die Organisation damit strukturiert umgehen.

00:19:48: Jetzt kommen da als Spontanhelferinnen Bürger, die ja Profi in ihrem Fachgebiet sind oftmals Und die sind aber nicht ausgebildete Einsatzkräfte.

00:19:57: Die haben weder die Führungsstrukturen gelernt, in denen wir arbeiten, die haben vielleicht auch das Handwerkszeug der Feuerwennig gelernt?

00:20:03: Wie baut man denn das Interface zwischen der professionellen Einsatzorganisation und denen, die sich da in Dienst setzen und auch selber als Profis in ihrem Gebiet anbieten?

00:20:13: Ja, da haben wir tatsächlich sehr viel Erfahrung in den letzten Jahren und fast schon des letzten Jahrzehnts sammeln dürfen.

00:20:22: Ich fange anders an mit einem Beispiel, wie es nicht funktioniert hat.

00:20:26: Das ist meine sogenannte Kaiserschmangeschichte von einer Flüchtlingsunterkunft die wir in den Jahren zwanzig hergerichtet haben aus Puffer.

00:20:38: Einfach zweihundert Feldbetten, zweihundert Decken Getränke und Kopfkissen im Desinfektionsmittel damals auch noch mit Corona-Masken.

00:20:51: So, dann haben wir die Turnhalle bestückt hergerichtet und das hat sich scheinbar rumgesprochen.

00:20:56: Dass wir da Plänen, Flüchtlinge, Geflüchtete Personen in diese Turnhale unterzubringen.

00:21:02: Und plötzlich stand ein Lieferwagen vor der Tür und hat Essen, also zwei Hundert Portionen Kaiserschmarrn, die zubereitet wurden von Spontanhelfern.

00:21:16: Hat dieser Lieferwagen diese Zwei-Hundert Portion Essen angeliefert?

00:21:21: Und der Ärger war natürlich groß, als bekannt wurde, dass wir da gar keine Geflüchteten unterbringen.

00:21:28: Also ich weiß zwar bis heute nicht wo der Kaiserschmandern am Ende verzehrt worden ist – ich hoffe das er nicht weggeschmissen worden ist!

00:21:35: Aber dieses Beispiel verdeutlicht sehr wenn eine fehlende Synchronisation der öffentlichen Hand offiziellen Einsatzleitungen am Ende der Spontanhilfe, also wenn die Synchronisation nicht vorhanden ist.

00:21:53: Und aus diesem Beispiel haben wir gelernt und haben uns auch zusammen mit Spontanhilfeorganisationen ausgetauscht und Konzepte entwickelt wie das zukünftig ablaufen wird.

00:22:06: Das heißt es wird oben einen sogenannten Koordinierungskreis Spontannahilfe geben, d.h.

00:22:11: Vertreterinnen-Vertreter der Branddirektion der Freiwilligen Feuerwehr und eben auch Vertreterinnen und Vertretern der Mittlerorganisation, also der Vereine die dann am Ende auch ja die IT, die Technik und diese Logistik beziehungsweise diese Dienstplanung auch stemmen.

00:22:31: Das heißt Webseiten bei denen man sich freiwillig melden kann, bei dem er sein Skillset hinterlegen kann Ja ich bin Krankenschwester Flieger, was auch immer und sich aktiv melden kann.

00:22:47: Und wir koordinieren in diesem Koordinierungskreis... Wir bilden dort die Schnittstelle des Interface oben zwischen der Einsatzleitung, der gefahrenen Abwehrleitung und diesen Mittelorganisationen so dass ausgeschlossen ist das sich spontanhelfende zum Beispiel in gefährliche Situationen bringen.

00:23:08: Also das, was Wolfgang vorher angesprochen hat.

00:23:11: Wenn wir in München Hochwasser hätten und da ja seit Tagen das Wasser ölhaltiges Wasser im Keller schwimmt dann ist es vielleicht unglücklich wenn dann spontanhelfende diese Bereiche als erstes reinkommen die ja eben zum Beispiel nicht die richtige Schutzkleidung haben, die keine Gummistiefel haben, Andererseits gibt es Aufgabenbereiche, die wir uns dann rauspicken.

00:23:36: Und natürlich also gerade zum Beispiel das Thema Verpflegung aber auch Versorgung, Kauf von Windeln eben das vorher genannte Sortieren von Spenden dass man sagt ja der Münchner Bürger, die Bürgerin hat unglaubliche Spendenbereitschaft und dann müssen die Spenden auch sortiert werden, dass das was gespendet wird heute auch zu den zu den richtigen Personen, zu den Bedürftigen kommt.

00:24:01: Und da kann man durchweg spontanhelfende einsetzen und das stimmen wir oben rum in diesem Koordinierungskreis ab.

00:24:09: Der spontan helfende selber, die Spontanhelferin.

00:24:12: der Spontanhelfer, der vor Ort sich zum Beispiel an einer Tourenhal befindet wird ebenso nicht alleine gelassen.

00:24:21: Hier haben wir das Konzept aus Boxen.

00:24:23: Das war eher fast eine Zufälligkeit In der Flüchtlingskrise.

00:24:27: zwanzig, zweieinzwanzig haben wir die Entscheidung getroffen an jeder Turnhalle.

00:24:31: Bleibt ein Feuerwehrfahrzeug mit zwei Feuerwehrführungskräften, die einfach als Ansprechpartner vor Ort sichtbar bleiben und das ist ja das Schöne am Feuerwehr Fahrzeug.

00:24:42: Das kennt jeder aus dem Kinderbuch raus.

00:24:43: also Feuerwehr ist immer ein attraktiver Anlaufpunkt Und die Führungskräfte sind mittlerweile geschult mit diesen spontan helfenden auch in Kontakt zu treten.

00:24:57: Also einerseits, was das Thema Arbeitssicherheit betrifft aber auch das Thema PSNV also die psychosoziale Notfallnachsorge und Fährsorge auch bei belastenden Einsätzen aus Beispiel.

00:25:13: ich darf da auch daran erinnern dass sind ja verletzte Menschen aus der Ukraine auch angekommen die dann erst mal am Hauptbahnhof entgegengenommen wurden, betreut wurden und das sind natürlich Bilder die sich gegebenenfalls bei dem einen oder anderen einbrennen.

00:25:27: Der dann am Ende auch natürlich eine gewisse Nachsorge erfahren soll.

00:25:33: und diese Aufgaben würde dieser Spock vor Ort übernehmen und der Spock steht also dieser Single Point of Contact steht Natürlich mit dem Koordinierungskreis spontan in Hilfe im Austausch.

00:25:45: Das heißt, der Koordinierungkreis entscheidet ja wohl zweihundert Spontanehelfer zum Hauptbahnhof und gleichzeitig wird ein Spok dort installiert und dieser Spok wird auch informiert.

00:25:56: jetzt kommen dann um fünfzehn Uhr zweihunderte Helferinnen und Helfer Und diese Helferinnen und Helfer sind für folgende Aufgaben vorgesehen.

00:26:04: Sodass am Ende auch, wenn es zum Versicherungsfall kommt

00:26:07: etc.,

00:26:07: diese Registrierung stattfindet, diese Begleitung dieses Einsatz stattfindete und am Ende gegebenenfalls eine Warnung der HelferInnen und Helfern stattfinden kann bitte dem Bereich nicht betreten wegen Einsturzgefahr jetzt z.B.

00:26:23: an Schneekatastrophen zu denken so dass wir Ich hoffe, mit diesem Gesamtkonzept für die nächsten Ereignisse gut vorbereitet sind und somit spontan Hilfe auf verschiedenen Ebenen an die öffentliche Gefahrenabwehr anbinden.

00:26:42: Ja Wolfgang bei großen Eregnissen explodieren ja inzwischen förmlich unsere Handys mit Social Media Feeds und alles was da in den Kanälen läuft.

00:26:53: Welche Rolle haben denn Social Media Bei dem Thema Spontanehilfe?

00:26:57: ist das inzwischen ein Faktor, der auch bestimmt wie Einsätze geführt werden.

00:27:02: Ja, also sei mal die Meinungsvielfalt oder die Spontanität, Hilfe zu sammeln und sich da meinetwegen eine Gruppe aufzumachen und sagen wer hilft mir?

00:27:13: Also ich will helfen.

00:27:15: Und wer hilft mit ist natürlich rasend schnell mittlerweile generiert und insofern es zur Ansteuerung oder sag mal zur Einbindung dieser verschiedenen Dinge, die wir ja gerade gesagt haben so sinnvolle Koordinationen und Stützung.

00:27:30: Es sind die sozialen Medien, also sage ich mal Lust wie Last.

00:27:34: Weil einerseits erreiche ich wahnsinnig schnell viele Leute, auf der anderen Seite können sie sich wahnsinnigt gut und schnell organisieren, wie man bei Flashmops immer wieder sieht.

00:27:44: Und wie kommt man da jetzt dran?

00:27:47: Denn der, der helfen will, will dann helfen oder nicht mit dem... Glaub ich, das hat es vorhin erzählt mit dem Paket Windeln und am Abend, dass er jetzt extra gekauft hat irgendwo stehen.

00:27:57: Und man sagt nee, Windeln brauchen wir gerade keine aber Babynarren hätten wir jetzt gebraucht.

00:28:03: Aber Windeln haben wir schon in Tonnen also... Und dann ist er enttäuscht.

00:28:08: und dann ist auch stinkig.

00:28:13: und gleichzeitig wie kommuniziert man denen die gerne helfen wollen da was gebrauchte und wann was gebaucht wird?

00:28:19: Also Beispiel A-Tal Das ist natürlich Hölle, wenn ich eine Zufahrtsstraße habe.

00:28:24: Und da setzen sich tausend Leute möglichst einzelnen Autos und wollen fahren hin und wollen helfen.

00:28:32: Also das ist toll!

00:28:35: Das ist diese Mobilisierung.

00:28:37: Da will ich was tun, da will ich helfen.

00:28:40: Das ist das, was ich vorhin angesprochen hab – also das Zusammenrücken schon.

00:28:44: Aber es muss halt dann irgendwo mit einer gewissen Logik versehen werden dass die Hilfe als solches nicht selbst weg, für sich selber ist.

00:28:53: Sondern sie muss ja auch dem nützen, dem geholfen wird und insofern sind soziale Medien auf der einen Seite eben.

00:29:01: das war die Last und die Lust ist wenn ich schnell genug selber in diese Meinungsführer schaffe komme Wenn ich schnell genug sagen kann Ja hier meldet euch dort Dort könnt ihr genau erfahren was genau gebraucht wird und wann es genau Gebraucht werden.

00:29:16: Und da ist auch das was wirklich den Menschen denen ihr helfen wollt, hilft.

00:29:21: Wenn ich das schnell genug aktivieren kann dann ist es natürlich wieder Lust weil dann komme ich in eine vernünftige Steuerungsaktion und ich biete den Menschen eine Option zu helfen.

00:29:35: aber ich kanalisiere schon mal die Hilfe in diese Gmente die ich tatsächlich auch umsetzen kann und auch den Menschen hilft.

00:29:46: Ich glaube jetzt sind wir nochmal bei der Resilienz.

00:29:51: Das macht hier eine schicke Brücke, darum möchte ich es noch mal kurz erwähnen.

00:29:56: Die Gefahrenabwehrorganisationen verstehen sich ja

00:29:59: a.)

00:29:59: als Kümmerer und haben deshalb

00:30:01: b.)

00:30:02: manchmal ein bisschen einen ordnungspolitischen Ansatz.

00:30:05: also geht einmal weg ich mache das schon nicht kümmern mich und das passt natürlich zu solcher Struktur nicht zusammen sondern sagen du pass auf wir kümmern uns darum dass du helfen kannst.

00:30:18: Wir hätten das und das im Angebot, wo willst du dich denn einbringen?

00:30:22: Und das wäre dann Partizipation die der Bürgerin eher auf der Augenhöhe wahrnimmt.

00:30:27: Ja Claudius auch die spontanen Helfenden organisieren und professionalisieren sich sozusagen auf der anderen Seite.

00:30:34: und gesehen es gibt einen Spontaneilfer Handbuches, es gibt Trainings- und Workshops vom Freiwilliger auf Katastrophen und Notfallsituationen vorzubereiten Welche Rolle und welchen Beitrag bringt denn die Organisationen der Spontaneilfe quasi auf deiner Gegenseite?

00:30:49: Ich muss dir jetzt gerade stützen bei deinem Satz, dass sich die Spontanhilfe professionellisiert.

00:30:54: Also die Sponthanhilfe professionalisiert sich nicht.

00:30:57: Die bleibt so wie sie ist.

00:30:59: aber es gibt Organisationen zum Beispiel der Vereinen Münchner Freiwillige WHLV, der unter einigen anderen in München tatsächlich unser Partner ist, mit dem wir sehr intensiv uns die letzten Jahre ausgetauscht haben und der eben die Wiederwolfgang schon erwähnt hat.

00:31:20: Die Vorbereitungen getroffen haben also dieses wie melde ich mich als spontan helfende Person an wohin wendig mich wenn ich helfen will?

00:31:33: Und diese Vorbereitung diesen Empfang stark professionalisiert, weil sie auch sehr viel Erfahrung in der Spontane haben.

00:31:45: Wir haben aufgrund unterschiedlicher Ereignisse, Flüchtlingskrisen

00:31:53: etc.,

00:31:55: und die können – also ich würde es wirklich aus Empfang nehmen – also die können die, die helfen wollen, in Empfang.

00:32:02: Das ist natürlich wichtig, dass dann alle Wegweiser in den sozialen Medien auf diese Webseiten geleitet werden.

00:32:09: Wo ich mich als Helferin registrieren kann und dann kommt es eben zu diesem Koordinierungskreis wo wir uns austauschen.

00:32:19: Wo macht spontan Hilfe sind?

00:32:21: Und welche Skills sind an welchen Einsatzstellen notwendig?

00:32:26: Also vielleicht brauche ich ja jetzt wieder ans Hochwasser zu denken.

00:32:29: Ich brauche vielleicht Leute, die jetzt kein Problem haben in dreckiges Wasser zu steigen und die auch vielleicht die richtige Ausstattung haben.

00:32:37: Und so können diese Spontanhilfe-Organisationen über ihre Webseiten und ihre IT Tools dann auch das so fein kalibrieren, dass wirklich die richtigen Personen mit der richtigen Ausstaltung und den richtigen Skills dann auch am richtigen Ort erscheinen.

00:32:53: Wolfgang?

00:32:54: Jetzt!

00:32:54: Vielleicht ein bisschen philosophische Frage, aber wir kommen dahin.

00:32:58: Helfen ohne Hilfsorganisation und dann gründet sich ein neuer Verein der die Helfer ohne Hilfesorganisation organisiert.

00:33:07: Das klingt paradox!

00:33:08: Und ich frage mich ob das nicht auch was über uns selbst sagt?

00:33:11: Dass Helfer, die sich bei traditionellen Hilfs-Organisationen wiederfinden, zum Beispiel weil die Ausbildung so lang ist oder die Strukturen nicht zugänglich erscheinen dann doch wieder den Hafen einer Organisation suchen und sich die selbst kreieren.

00:33:25: Ja das ist halt immer vom Einsatzzweck abhängig würde ich mal sagen ja auch von der intrinsischen Motivation die sich dann halt über sowas auch entwickelt.

00:33:36: also ich meine wenn wir diese Organisation nehmen München hilft die Freiwilligen EV, dann kam sie tatsächlich aus dieser Betreuungs- und Hilfsaktion der Flüchtlingsseite heraus.

00:33:49: Und hat sich dadurch stark weiterentwickelt weil das natürlich auch über die letzten zehn Jahre immer ein Thema war also Flüchtlingströme in irgendeiner Form oder auch die Betreuung hier anwesenden Und von daher wird es dann natürlich automatisch eine große Bubble, wenn man das jetzt mal so sagen darf.

00:34:09: Die sich organisieren muss weil sonst funktioniert's ja nicht lange.

00:34:12: also die Problematik ist immer Spanntharnhilfe hat ja so ein Strohfeuer am Ende des Tages.

00:34:20: Also die Masse ist wie bei der Spendenwilligkeit, wenn gerade was passiert und ich mache dann den Spendenaverruf, dann kriege ich spenden.

00:34:27: Wenn ich sechs Wochen später zu dem Ereignis noch etwas will, dann bekomme ich weniger weil sich der Mensch nicht mehr reinziehen lässt, emotional nicht mehr sich ansprechen lässt.

00:34:39: Und von daher, wenn ich aber sowas wie jetzt einmal dann in dieser Syrien-Krise noch das Nachhalten von Menschen die untergebracht worden sind und die verschiedenen Heime auch noch versorgen muss weil es einfach zu viel war für die etablierten Strukturen anbraucht.

00:34:55: Dann führt es natürlich zwangsläufig dazu dass sich irgendeine Strukturorganisation entwickelt Und insofern, die schläft dann auch zurecht wieder ein.

00:35:04: Aber was halt übrig bleibt ist dieser Kern der sich daher abgebildet hat und der sich weiter gerne damit beschäftigt hat mit der Organisation von solchen Dingen und wo dann solche Grundtools entstehen, die quasi schlafen gelegt sind und jederzeit hochgefahren werden können – auch mit Domainnahmen und allem Möglichen, den ich brauche.

00:35:27: Das ist natürlich schon ... in sich wieder schlüssig.

00:35:30: Also es ist dann halt mein Hobby, also zu gucken dafür dass wenn irgendjemand helfen will das ich dem helfe zum helfen zu kommen?

00:35:38: Ja und nein.

00:35:39: natürlich ist es philosophisch ein bisschen schwierig und auch nicht weil derjenige der helfen will darf ja und soll ja auch in einem Zimmer bei der Partizipationsgeschichte soll ja unterschiedliche Weise helfen können Das würde die Stärke ausmachen.

00:35:56: Und wer halt nicht zehn Jahre bei einer freiligen Feuerwehr, beim THW, beim Roten Kreuz um nur einige zu nennen helfen will.

00:36:03: Aber immer mal wieder Bereitschaft hat sie sagen ja das springe ich rein und dann mach' ich was.

00:36:07: und ahja ok was kann ich tun?

00:36:13: Der bekommt gesagt geh am Samstagmorgen um acht Uhr dorthin sei ausgeschlafen gefrühstückt umbringen und passat Gummistiefel mit reicht schon und regend dicht es war Zeug, dann ist das doch in Ordnung.

00:36:25: Da muss man ja nicht immer die Übersinnfrage stellen ob es jetzt richtig oder falsch ist.

00:36:31: und der hilft da auch mal zwei drei Tage und dann reicht's ihm auch wieder.

00:36:36: und er hat das Gefühl, er hat geholfen und er hatte einen Beitrag geleistet in dieser Phase wo man eben mit den Kernstrukturen so ein großes Ausmaß halt nur bedingt befriedigen kann und dann passt es doch.

00:36:50: Also das ist ja auch Teil der Resilienz, wenn ich die Bürgerschaft zu dem Zeitpunkt helfen will diese große Störung zu beseitigen mit einbinden kann.

00:37:00: Das ist dann weniger die Resilience des Einzelnen aber es ist die Resilienz der gesamte Struktur der Gesamtgesellschaftes-Gesamtstaates.

00:37:08: also insofern macht es für mich durchaus Sinn und ist kein philosophischer Widerspruch.

00:37:13: Zum Abschluss der Folge möchte ich an den Gedanken nochmal anschließen, was ist denn der Ausblick?

00:37:17: Ihr habt beide unterstrichen wie wertvoll und wie sinnvoll und unentbehrlich spontane Hilfe in den großen Einsätzen sein kann.

00:37:27: Und deswegen die Frage werden wir das zum Standard machen in großen Einsetzen, werden wir nicht organisierte Helfer als Teil der Notfallplanung zukünftig einfach mit alarmieren?

00:37:40: mit alarmieren, weil das widerspricht dem Sinn der Aktion, der Spontanhilfe.

00:37:47: So schnell kannst du eigentlich gar nicht sein wie Menschen hilfsbereit sind.

00:37:50: Das ist ja eine tolle Sache.

00:37:51: eigentlich menschlich gesehen ist es ja stark Hoffnungstragen aber wir werden sie mitdenken und mitplanen müssen.

00:38:00: als Element dass sich immer wieder bereit erklärt mitverwendet zu werden geht unsere Planungsart ja auf die Struktur.

00:38:13: Wir schaffen eine Struktur, dass wir die Verlinkung früher schneller und besser so hinbekommen, das Menschen, die helfen wollen auch gesagt kriegen du pass auf bis der Fünfhunderttausendste den wir jetzt gerade nicht gebraucht hat weil es sind schon fünf tausend da und leider auf dem Platz niemand mehr Möglichkeit unterzukommen.

00:38:36: ... zurück und melde ich in drei Tagen wieder.

00:38:40: Also, dass das auch wirklich ... ... das spontane Helfer tatsächlich auch helfer sind... ... und nicht vorhin wie beim Arthandel, wo ich es ja ein bisschen angesprochen habe,... ... dann zu einer Belastung wären und eine eigene Krise in der Krise bilden, weil die jetzt alle randalieren, was ist denn da los?

00:38:56: Und da will ich helfen!

00:38:57: Dann verstopften sie wieder alles, brauchen aber irgendwann auch Essen.

00:39:00: Sie bringen das ja nicht mit für drei Tage also diese Geschichten, wenn's irgendwie geht brauchbar kanalisieren kann, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt.

00:39:11: darauf muss Einsatzplanung sich fokussieren.

00:39:16: Alarmieren ist bis zum gewissen Grad natürlich Unfug weil dann wäre ich ja wieder in einer Anspruchsorganisation drin.

00:39:25: das soll es ja nicht sein soll eine Partizipationsorganisation sein und so kann ich's aber schon garantieren dass ich möglichst rass schütze zb mit dem Verein mich positionieren kann und sagen, wer helfen will, kann helfen oder auch mal aufrufen kann.

00:39:41: Also wer hilft?

00:39:43: Wir brauchen dich jetzt gerade!

00:39:45: Gehe auf die Webseit registriert, ich trage dich ein so schon.

00:39:49: Und wenn es dann mal so krass ist dass man einen Aufruf dazu startet, dann hat man die Plattform auch.

00:39:55: Aber die Erfahrung bisher war eigentlich der umgekehrte Weg.

00:40:00: Die Menschen, die helfen wollen sind rasch dabei.

00:40:03: Auch in einem raschen Anlauf Und ich brauche sie nicht alarmieren.

00:40:07: Sie stehen schon vor der Tür, bevor ich überhaupt ausrücke, sei mal so etwas überspitzt formuliert und das geschickt zu bündeln, da es muss mitgedacht und geplant werden zukünftig ja häufig und fast immer wenn wir die klassische Alltagsstörung über schreiten und in eine Störung des Alltages hineinlaufen, die eine Vielzahl von Menschen betrifft oder eine Gruppierung betrifgt dann müssen wir das mittenken

00:40:35: Claudius, der spontanen Helfer.

00:40:37: Der nicht organisierte Helfer im Spiegel der Freiwilligen Feuerwehr?

00:40:40: Ja erst mal ist kein Widerspruch.

00:40:42: also denke das kann man schon einmal zusammenfassen und wir sind unglaublich froh dass es... Wir können ja für München sprechen, dass es eine unglaubliche Hilfsbereitschaft gibt und es ist auch verständlich dass nicht jeder der in München lebt zur freiwilligem Feuerwehr gehen will und sich drei Jahre lang ausbilden lassen will um dann helfen zu können, sondern die Zeit mit reinbringt, die er zur Verfügung hat.

00:41:10: Und wir sind uns auch mittlerweile sehr klar dass Spontanhilfe kein Zufallsprodukt sein kann.

00:41:20: am Anfang natürlich der

00:41:22: wie Wolfgang

00:41:22: gesagt hat jeder der helfen will der soll helfen und wird auch helfen aber ab einer gewissen Zeitpunkt muss es gelenkt und begleitet werden.

00:41:31: damit eben Spitzen, nicht erst den Stehen oder auch Lücken.

00:41:37: Und hier bietet sich die Zusammenarbeit zwischen den klassischen Organisationen, zwischen der Behörde, der Sicherheitsbehörde und eben diesen spontanen Hilfeorganisationen an.

00:41:55: Ich denke es sind nicht nur die einfachen Tätigkeiten wir haben jetzt ein bisschen immer so diese Universalkraft, die Bürgerinnen dem Bürger, der halt dann mal was tun kann genannt, aber ich beziehe mich noch mehr auf den Anfang mit der Mini-Bagger Firma.

00:42:11: Also ich glaube es schlummert auch sehr viel Potenzial drin hier besondere Skills entdecken und zum Einsatz bringen zu können.

00:42:20: Ich denke an einen Haargelschaden wo wir plötzlich Fuchzig Dachdäcker brauchen.

00:42:25: Und das ist natürlich einfach.

00:42:27: da muss nicht der ungeübte Feuerwehrler dann aufs Dach der dann eine Tätigkeit macht die er noch nie gemacht hat, sondern dann der zum Einsatz kommt, der das tatsächlich aus Beruf ausübt.

00:42:39: Und da kommen wir wieder sehr stark an die Anfänge auch der freiwilligen Feuerwehr zurück wo Handwerker im Wesentlichen dieses Geschäft betrieben haben und somit kommt dann nach fast hundertsechzig Jahren freiwillige Feuerwehr alles wieder zum Anfang.

00:42:54: Das heißt koordinieren dann zusammen mit unserem Partnerorganisation die Spontanhilfe und bringen die Fachleute und die Handwerker an die Stelle, wo sie gebracht

00:43:03: werden.

00:43:04: Vielen Dank euch beiden für das Gespräch!

00:43:06: Und es war wieder eine Folge des Podcasts Brennpunkt Gefahrenabwehr mit Claudius Blank Wolfgang Schäuble und mit mir Benedikt Groß.

00:43:13: Wir hoffen Es hat Ihnen gefallen und wir konnten ihnen den einen oder anderen Gedanken schenken, denen Sie aus dieser Folge mitnehmen können.

00:43:20: Wenn Sie Feedback oder Anregungen zu unseren Themen haben Dann senden Sie eine Mail an podcast.bindestrichgefahrenabwehr.de.

00:43:29: Auf jeden Fall freuen wir uns, dass Sie dabei waren und wir freuen uns auch wenn sie das nächste Mal wieder einschalten.

Über diesen Podcast

Ein Podcast über Krisenmanagement, Katastrophenschutz und über die Menschen, die Verantwortung tragen, wenn es ernst wird.

Zu hören sind Claudius Blank, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr München, Wolfgang Schäuble, Leiter der Branddirektion München, und Benedict Gross als Moderator. Drei Stimmen aus München, drei Perspektiven auf Krise, Einsatz und Führung.

Wir sprechen über Strukturen, Abläufe und Hintergründe von Blaulichtorganisationen – und darüber, wie Städte und Gemeinden sich auf Notfälle, Krisen und Katastrophen vorbereiten. Fachlich fundiert, für jedermann verständlich erklärt und mit Blick hinter die Kulissen.

Neue Folgen erscheinen etwa alle drei bis vier Wochen. Wir zeichnen auf, wenn die Kalender zueinanderpassen, es spannende Gesprächsthemen gibt und kein Großeinsatz dazwischen kommt.

von und mit Claudius Blank, Wolfgang Schäuble und Benedict Gross

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